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Location lntelligence ist eines der spannendsten Themen

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Location lntelligence ist eines der spannendsten Themen

Wohin geht Pitney Bowes' Reise? Interview mit Manoj George

Pitney Bowes ist der weltweit größte Hersteller von Frankiermaschinen sowie Produkten im Postwesen. Das  Unternehmen feiert im Jahr 2020 sein hundertjähriges Jubiläum. Was viele nicht wissen ist, dass Pitney Bowes eine Vielzahl an Dienstleistungen im Postbereich und Software im Bereich Geoinformationssysteme (Maplnfo), Dokumentenaufbereitung und Datenintegration anbietet. Das Unternehmen entwickelt sich mehr und mehr zum modernen Service-Dienstleister und Experten im Umgang mit sensiblen personenbezogenen Daten. PRINT & PRODUKTION fragte Manoj George, Business Development Director für Zentraleuropa bei Pitney Bowes, wohin die Reise geht.

PRINT: Herr George. Pitney Bowes ist bekannt als Hersteller und Lieferant von Frankiermaschinen sowie Falz- und Kuvertierlösungen. Inzwischen positioniert sich Pitney Bowes jedoch als Technologieunternehmen. Welchen Herausforderungen steht die Branche gegenüber?

Manoj George: Die Branche der klassischen Lettershops und Serviceprovider befindet sich in einem spannenden Wandel. Zwar nimmt die Digitalisierung immer weiter zu, andererseits wächst beispielsweise der Bedarf an vollfarbigen Katalogen und Hochglanzmagazinen.

Tot geglaubte Formate erleben eine Renaissance; schon jetzt steigt laut führender Marktforschungsinstitute, beispielsweise die Nachfrage für Maschinen, die flexibel und in Vollfarbe drucken können um 9 Prozent an. Das Zauberwort lautet hierbei: Multichannel und Performance Marketing.

PRINT: Pitney Bowes kommt mit einem neuen Logo daher und hat die Website modern und serviceorientiert umgearbeitet. Warum?

George: Pitney Bowes wird bald sein 100-jähriges Firmenbestehen feiern. in dieser Zeit haben sich die Anforderungen grundlegend gewandelt. Zwar sind wir nach wie vor in den Bereichen Kuvertierung und Frankierung Weltmarktführer. Gleichzeitig haben wir unsere Geschäftsbereiche ständig erweitert. Ein Beispiel sind unsere Lösungen für den Online-Handel. Das Logo macht diesen Wandel sichtbar und ist so eine logische Folge unserer Entwicklung.

PRINT: Worin sehen Sie die größten Potenziale im Bereich Shipping & Mailing?

George: Einer der wichtigsten Wachstumsmotoren für den Bereich Shipping ist der Online-Handel. Laut der IFH Studie aus 2014 hat die Bundesrepublik dte 40 Milliarden Euro Grenze bereits überschritten und repräsentiert dabei knapp 10 Prozent des Handels. Andere führende Institutionen sprechen von 13 Prozent Wachstum für 2015. Hier befruchten sich On und Off-Line gegenseitig. Wir sehen bei Dienstleistungen rund um den Versand weiteres Potenzial. Wie können wir die Paketbewegungen noch besser steuern? Wie Hin- und Rücksendungen noch effizienter gestalten? Welche Lösungen gibt es, die die Kunden noch mehr mit einbezieht? Die Fragen versuchen wir mit unseren Lösungen zu beantworten.

PRINT: Sie haben die Software SendSuite Live und SendSuite Tracking in ihrem Portfolio. Wie entwickelt sich Ihrer Einschätzung nach dem Bedarf hinsichtlich digitaler Lösungen im Versandbereich?

George: Im letzten Jahr konnte im Online-Handel eine Wachstumsrate von etwa 13 Prozent verzeichnet werden. Das bedeutet, dass auch auf Seite der Logistik neue Einsatzfelder entstehen und sich neue Potenziale auftun, die durch den wachsenden Online-Handel vorangetrieben werden. Das heißt: Alternative Versandwege und Tracking-Lösungen sind gefragt, auch bei kleinen und mittleren Unternehmen. Dem Sender reichen Status-Updates über den Verbleib seiner Ware per Mail nicht mehr aus, er mochte seine Sendung mobil und in Echtzeit verfolgen. Auf der Empfängerseite ist es denkbar, dass neue Lösungen dem Endkonsument ermöglichen, aktiv und dynamisch in den Versandprozess einzuschreiten.

PRINT: Sie stellen neben Ihren Produktions-Lösungen auch Schlagworte wie „Location lntelligence" in den Vordergrund. Was steckt dahinter und welches Ziel verfolgen Sie damit?

George: Das Ziel von „Location lntelligence" ist die Granularisierung von Big Data und somit eines der spannendsten Themen. Was denken Sie passiert, wenn Sie beispielsweise Ihren aktuellen Standort mit Ihren Freunden und Bekannten teilen? Richtig, genau in diesem Moment nutzen Sie »Location lntelligence«. Und das funktioniert so: Die Software von Pitney Bowes verknüpft GPS- mit Kartendaten beziehungsweise Geodaten und analysiert die Umgebung je nach Kundenanforderung. Diese Dienste nutzt zum Beispiel der Einzelhandel zur Standortwahl, um Ihren Kunden gezielt Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Und das ist nur der Anfang.

PRINT: Auf den Hunkeler Innovationdays haben Sie das neue Epic Kuvertiersystem vorgestellt. Was ist daran so besonders? Wie unterscheidet das System sich von den Lösungen der Wettbewerber?

George: Epic ist unsere Antwort auf die Anforderungen unserer Kunden, die ihre Jobs schnell und flexibel anpassen wollen. Der größte Treiber für diese Entwicklung ist die deutliche Abnahme der Großproduktionen. Gefragt sind individuelle Sendungen, das heißt: kleine Auflagen. Dies aber wiederum bedeutet, dass es in Summe mehr Kuvertierjobs geben wird, welche sehr schnell, sicher und zuverlässig durchgeführt werden müssen. Und genau das gewährleistet Epic.

PRINT: Sie haben mit HP eine sogenannte „White Paper Factory« entwickelt. Was bedeutet dies genau?

George: Die diesjährige weltweite Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen Pitney Bowes und HP hat eine Lücke geschlossen: das Bedrucken von Dokumente, die verschickt werden können. Durch die White Paper Factory mit HP können wir nun die gesamte Wertschöpfungskette abbilden; von einem weißen Blatt bis zu einem vollwertigen Postprodukt. HP ist der anerkannte Marktteilnehmer, der zu unserem Know-how passt und unsere Anforderungen an Geschwindigkeit und Qualität unterstützt. Das Ergebnis ist ein gedrucktes, geschnittenes, gefalztes und kuvertiertes Postgut.

PRINT: Personalisierte Werbung soll in Zukunft gedruckte Postsendungen aufmerksamkeitsstark an den Kunden bringen. Sehen Sie hierin Entwicklungspotenzial?

George: Das wichtigste Stichwort hierbei heißt Big Data. Es ist eine große Herausforderung, den Datenschatz der Unternehmen richtig und mit Mehrwert für den Endkunden auszuwerten. Ein einfaches Beispiel: Ein Hausbesitzer kauft online einen Tisch. Nun stellt sich die Frage: Braucht er wirklich nur einen Tisch, oder sucht er auch die passenden Stühle? Hier bietet Marketingautomationssoftware die passende Antwort. Die zweite Frage ist: Wie sieht sein Online-Nutzungsverhalten eigentlich aus? Welche Webseiten klickt er wie oft an und lassen sich daraus Rückschlüsse auf ein Kaufinteresse ableiten? Antworten und somit Mehrwert liefern die richtigen Daten. Wer diese Abläufe beherrscht, wird fokussiert seine Marketingbotschaften platzieren können und von diesem Trend profitieren.

PRINT: Welchen Einfluss auf die Wirkung des gedruckten Mailings hat Ihrer Meinung nach der verstärkte Konsum von Waren über das Internet und die Nutzung von mobilen Endgeräten?

George: Zahlreiche Marketingstudien haben bestätigt, dass Massenwerbung, ob digital oder physisch, nicht den erhofften Erfolg bringt. Bei einer individuellen, personalisierten Ansprache steigt der Wirkungsgrad der Maßnahmen auf den Empfänger, dies belegen Untersuchungen wie zum Beispiel Brief-Öffnungsraten bei individueller Printwerbung. Laut BITKOM verwenden 63 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren zumindest gelegentlich ein Smartphone. Das bestätigt den Trend. Über QR-Codes etwa, gelangt der Kunde dann direkt mobil zu dem Produkt, der Code überwindet mühelos den Medienbruch. Online- und Offline-Kommunikation arbeiten dann Hand in Hand.

PRINT: Wieviel Potenzial steckt Ihrer Auffassung nach in der Optimierung des Postversands gerade in Bezug auf sensible Schreiben, wie zum BeispieI Rechnungen?

George: Wir sind der Überzeugung, dass noch viel Potenzial in der Optimierung des Versands datensensibler Schreiben steckt. Unter anderem sollte der Kunde selbst entscheiden können, über welchen Weg und in welcher Form er zum Beispiel seine Rechnungen erhalten möchte. Pitney Bowes hat hierfür unterschiedliche Lösungen entwickelt, die diesen Wünschen nachkommen und die Zustellungswünsche der Endkonsumenten einfach und vor allem verlässIich erfüllt. Wir bezeichnen das als Omnichannel-Kommunikation.

PRINT: Welche neuen Lösungen und Entwicklungen können Ihre Kunden von Pitney Bowes zur drupa 2016 erwarten?

George: Lassen Sie sich überraschen! *schmunzelt* Sicher ist: Wir werden mit einer Vielzahl an Innovationen aufwarten.

PRINT: Wird Ihrer Meinung nach der Post- und Paketversand durch die verstärkte Nutzung von Mobile zukünftig zurückgehen?

George: Nein - keinesfalls. Der Brief lebt und der Postversand ist von 2013 auf 2014 um 1,3 Prozent gewachsen. Ein deutlicher Wachstumsmotor sind vor allem individualisierte Werbesendungen -auch hier konnte ein moderater Anstieg verzeichnet werden.

PRINT: Herr George, haben Sie vielen Dank für das Gespräch!

 

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